Felddienstjacke für Fallschirmjäger und Aufklärer 1974

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In neuwertigem B/A-Kammer-Zustand ist diese ungetragene Felddienstjacke für Fallschirmjäger und Aufklärer von 1974 erhalten geblieben. Diese Felddienstbekleidung der NVA wurde nach bisherigem Erkenntnisstand auch beim Kommando Aufklärung des Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR verwendet.

Weiterführende und tiefergehende Informationen zur FD-Bekleidung und den damaligen Aufgaben und Einsätzen des Kommandos Aufklärung des MfS können den fundierten Ausführungen des Militärforschers Mario Liebsch auf dessen Internetseite NVA-Museum Lübben unter der Rubrik Fallschirmjäger entnommen werden.

 

 

Während man in der Endphase der Fertigung der DDR-Felddienstbekleidung mit je einer Tarnschlaufe des Typs 5 über den Ärmeltaschen auskam bzw. diese bei den Jacken des Uniformtrageversuches 85-90 ganz wegfielen, hat man diese FD-Jacke mit zwölf (!) Tarnschlaufen des Typs 2 regelrecht "aufgerüstet": Sechs auf dem Rücken, vier im vorderen Bereich und je eine über den Ärmeltaschen. Eine möglichst komplette Tarnung im Gelände muss für die damaligen Träger dieser FD-Jacken von sehr großer Bedeutung gewesen sein. Die Testphase dieser neuartigen Felddienstbekleidung für Fallschirmjäger und Aufklärer begann bereits 1972 und war 1975 abgeschlossen.

Zusammen mit dem neuen Sprunganzug wurden auch eine Kampfweste, eine grüne Regenkutte und verbesserte Schnürstiefel eingeführt.

 

 

 

 

 

Die Jacke verfügt lediglich über die beiden Ärmeltaschen, die Einschubtasche für die Regenjacke (s. u.) und die Pistolentasche des Typs 3.

 

 

 

 

 

Gegengesetze Windschutzleiste.

 

 

 

Der bisher unbekannte Hersteller-Code 1933 gibt auch weiterhin viele Rätsel auf. Auffällig ist, daß alle weiß schablonierten Stempelungen (sowie die weiß nicht schablonierten Stempelungen) alle die Bezeichnung "O/IV", also 4. Quartal 1974 enthalten, jedoch keine Angaben zur Konfektionsgröße. Mario Liebsch (s. o.) ist der Meinung, dass diese "NVA-Stempelung" gar keine ist sondern der Legendierung von B/A des MfS galt. 

 

  

Die linke Oberarmtasche. Im Inneren befindet sich an der Knöpfleiste noch eine zusätzliche Knöpflasche, deren Zweck völlig unklar ist. Ein dazu gehörender Knopf ist jedenfalls nicht vorhanden.

 

 

Die Konfektionsgröße der Jacke, hier eine sk 44, ist nur im Kragenbereich...

 

  

... und innen aufgedruckt auf allen drei Teilen des unteren Jackenkörpers zu finden. 

 

 

Im Inneren der Jacke befindet sich im Bereich der Hüfte eine 48 cm x 26 cm große Einschubtasche, in der eine ebenfalls mit dem neuartigen Sprunganzug eingeführte grüne Regenschutzjacke verstaut wurde (S. auch Klaus-Ulrich Keubke/Manfred Kunz, Militärische Uniformen in der DDR 1949-1990, Hamburg, Berlin, Bonn 2005, S. 142 u. 143 sowie Michael Krauß, Die getarnte Sommerfelddienstbekleidung der DDR 1956 bis 1990, Norderstedt 2016, Bd. 2, S. 109).

 

 

Die Ellenbogenverstärkungen der FD-Jacken für Fallschirmjäger und Aufklärer der NVA wurden mit Lanon-Steppwatte verstärkt.

 

 

 

In der rechten Oberarmtasche befindet sich die Einstecktasche für das Reservemagazin der Pistole M.

 

Extra mit Kunststoff verstärkte senkrecht velaufende Ventilationslöcher.

 

 

Möglicherweise ist der Bündchenkragen dieser FD-Jacke für Fallschirmjäger und Aufklärer der NVA ausgeleiert, oder es wurde hier ein runder Umlegekragen, ähnlich einem Bubikragen, gewählt.